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Obwohl ich eigentlich ein großer Anhänger japanischer Filmkunst bin und die Kultur des Landes zutiefst bewundere, tue ich mich doch immer noch recht schwer mit Manga. Gerade mal eine Handvoll Serien habe ich über die letzten 20 Jahre gelesen (was aber sicherlich auch daran liegen mag, das hierzulande kaum Serien für ein älteres Publikum veröffentlicht werden). Eine der wenigen Reihen, die mein Interesse geweckt haben und deren Geschichte ich über viele Bände hin verfolgte, war Blade of the Immortal aus der Feder von Hiroaki Samura. Entsprechend freute ich mich dann natürlich, als ich erfuhr, das sich ausgerechnet Japans Regiesonderling Takashi Miike in seinem 100 (!!!) Film der Geschichte annimmt.
Auch wenn sich der Film einige kleinere
Freiheiten raus nimmt, wie etwa das veränderte Symbol auf Manjis Rücken (Nicht das noch Jemand von Nazi-Samurais anfängt zu reden...), so hält er sich dennoch im Großen und Ganzen
inhaltlich recht eng an die Mangavorlage: Bei Blade of the Immortal stand
Takashi
Miike das wohl größte Budget seiner bisherigen Karriere zur
Verfügung. Und das merkt man den Film auch zu jeder Sekunde an. Egal
ob Kulissen, Gewänder oder Spezialeffekte, die Optik des Filmes ist
einfach ein wahres Fest für die Augen. Zudem hat es Miike auch erstaunlich gut
geschafft die Atmosphäre der Mangavorlage einzufangen. Dies betrifft nicht nur die Kämpfe mit
allerhand ausgefallenen Waffen und Tricks, sondern auch vor allem die
3 Hauptfiguren der Geschichte: Manji, Rin und Kagehisa. Auch wenn man
ihnen Anfangs noch unterstellen möchte von niedrigen Gefühlen wie
die Gier nach Macht oder Rachedurst geleitet zu werden, so zeichnet sich
mit fortschreitender Laufzeit doch immer mehr ein herauslösen der
Charaktere aus üblichen Schwarz-Weiß Schablonen ab. Es geht um
Ehre, Loyalität, die Bedeutung des Lebens und die Frage, welche
Befriedigung einem das Leid und der Tod eines anderen Menschen
eigentlich verschaffen soll, wenn man von Rache spricht. Leider liegt
aber auch gleichzeitig bei den Charakteren die große Schwäche des
Filmes, denn damit auch jeder der vielen Fans des Manga seiner
Lieblingsfiguren im Film wieder finden darf, hat man ihn wirklich bis
zur obersten Kante mit Nebenfiguren vollgestopft. Besonders
deplatziert wirken dabei etwa die eingeschobenen Geschichten um Shira, ein sadistischer Auftragskiller der für das
Shogunat arbeitet, sowie einen Mönch, der von den selben Blutwürmern
am Leben gehalten wird wie Manji. Die Handlungsstränge sind so
belanglos und haben derart wenig Bezug auf die eigentliche
Haupthandlung, das es gar nicht aufgefallen wäre, wenn man Sie
komplett entfernt hätte. Und dabei sind dies nur 2 von etlichen
Figuren die Auftauchen und wieder in der Belanglosigkeit
verschwinden. Immer wieder kommt der Eindruck auf, als hätte man es
hier mit einer Serie zu tun, die auf Spielfilmlänge herunter gekürzt
wurde. So gibt es besonders in der ersten Hälfte auch immer wieder
unerklärliche Handlungssprünge. Ein besonders gutes Beispiel dafür
ist in etwa Rin's Besuch bei Manji, um ihn um Hilfe zu bitten: Erst
erklärt Manji Rin noch, das er ihr nicht bei ihrer Rache helfen wird
und in der nächsten Szene bringt er plötzlich schon den ersten
Schurken für Sie um die Ecke. Was die Action angeht, eines der großen Kernelemente von Blade of the Immortal, so hat der Film für Fans von klassischen, japanischen Chanbara allerhand zu bieten. Genauer gesagt vergehen kaum mehr als 10 Minuten ohne das gekämpft wird. Dabei werden die Auseinandersetzungen nicht nur mit allerhand ausgefallenen Waffen bestritten, sondern bestechen auch durch eine gute Choreographie. Lediglich im Finale wirkt es etwas altbacken, wenn Manji von einer ganzen Armee umkreist wird, aber immer nur ein Wiedersacher nach dem Anderen angreift, um mit einen gezielten Schlag nieder gestreckt zu werden. So etwas hat sicherlich in den klassischen Samuraifilmen der 60'er Jahre gut funktioniert, wirkt aber zu heutiger Zeit, selbst für eine nicht unbedingt realistische Mangaverflimung, etwas zu gestellt. Erwähnt werden sollte zudem auch der deutlich gesenkte Gewaltgrad gegenüber der Vorlage. Während Hiroaki Samura's Mangavorlage sich immer wieder in bluttriefenden Splatterorgien ergeht, so hat man für die Verfilmung, zugunsten der Tauglichkeit für ein Massenpublikum, auf exzessive Blutfontänen und allzu detallierte Ansichten von abgetrennten Körperteilen verzichtet. Dennoch ist der gezeigte Gewaltgrad immer noch recht hoch, nur hat Miike die Perspektiven bei Manjis Arbeit so gewählt, das zwar immer zuerkennen ist was seinen Widersachern widerfährt, jedoch niemals direkt offene Wunden gezeigt werden. Fazit:
© Bildmaterial Ascot (Deutschland)
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